Montag, 25. Februar 2008
Das Loch ist gestopft und die Äpfel sind reif
Nun ist es ja zu meinem persönlichen Entsetzen schon eine Weile her, dass ich euch hier etwas wissen lassen habe. Das hätte ich nach meiner persönlichen Einschätzung nicht gedacht. Aber die Zeit vergeht wirklich wie im Fluge und ich bin sowas von beschäftigt, das nehm ich selber kaum wahr.
Was währenddessen passiert ist:
Die ersten Nächte nach dem nächtlichen Zwichenfall waren etwas schlaflos, das hat sich aber auch wieder geändert.
Mim Klettern gehts vorwärts in der Cave, die Route, die ich mir ausgesucht hatte hab ich zwar noch nicht gemacht, aber ich komme meiner alten Form ein Stückchen näher, das ist schon mal sehr sehr erfreulich. Letzte Woche ist dann dummerweise ein Griff rasugebrochen. Nicht nur irgendein Griff in der Route, nein es WAR der dickste Schüttelhenkel, der einzige wo man wirrklich ne Weile bleiben konnte und den ich auch noch als großen Tritt brauche. Naja halb so schlimm, vieleicht ist es jetzt so eine richtige 7c.
Das Wetter macht was es will und zeigt sich von seiner typisch neuseeländischen Seite. Fast die ganze letzte Woche hat es mehr oder weniger geregnet und es war windig. Auf dem Weg zur Arbeit und zurück bin ich also an ein paar Tagen mehr als klitschnaß geworden. Es war so kalt, dass wir hier sogar den Kamin angefeuert haben, wofür wir natürlich zu wenig Holz hatten. Da denkt hier ja keiner dran, das in die Garage oä zu räumen - es war genauso klitschnaß wie ich nach meinem Weg zur Arbeit. Naja aber selbst mit den Resten vom Tisch wurde es nicht wirklich warm hier drinn, die Häuser hier sind mal sowas von überhaupt gar nicht isoliert. Also haben wir die Wochenendabende im Schlafsack vor Kamin und TV verbracht.
Ansonsten haben wir uns mit Bier, Mousse-au-chocolat und Tee aufgewärmt.
Wie durch ein Wunder war am Sonntag dann wieder strahlender Sonnenschein und wir konnten wie geplant, ganz ungewöhnlich, denn egtl ist hier überhaupt gar nix geplant, zu Greg's Geburtstags-Trip aufbrechen.
Das war schon ordentlich hart, an dem einzigen Tag wo ich egtl hätte ausschlafen können morgens um kurz vor Neun aufzustehen, naja sagen wir mehr von Regina aus dem Bett gescheucht zu werden.
Um halb Zehn, etwas abweichend von dem Plan, sind wir dann aufgebrochen und haben uns erst mal im Warehouse mit Fahrgefährten eingedeckt.
Der Plan :) war nämlich auf dem Hanganui riverfloaten zu gehen. Also das ist ein Fluss. Ziemlich waghalsig, nach 3 Tagen strömendem Regen, aber gut eingedeckt mit Neoprenanzügen, Helmen und der Fluß-erfahrenen Hayle ist uns nichts ernsthaftes passiert.
Egtl wollten Regina und ich uns auch einen großen aufblasbaren Donut kaufen, da hat uns Bene aber den letzten vor der Nase weggeschnappt.
Da blieb dann für uns beide zusammen noch ein für Kinder ausgelegter, gelb-pinker Gummi-Dinosaurier mit vier Henkeln übrig. Als wir den gekauft haben, haben wir natürlich nicht bedacht, dass dieses Ding ungefähr das unstabilste Gefährt ist, was man sich überhaupt vorstellen kann, um einen Fluss runterzufließen.
Angekommen, haben wir erst mal ne Weile gebraucht, bis alle (etwa 20 Leute) ihre Gummi-Dinger aufgeblasen haben. Dann gings auf die Teststrecke, die nicht all zu ruhig war. Unser erster Versuch ist selbstverständlich kläglicher gescheitert, als man sich vorstellen kann. Regina meinte wir sollten uns nach hinten lehnen, das hatten wir vorher gar nicht abgesprochen, und eh sie das getan hatte, hat sie schon den Halt, ja trotz der großen Henkel, verloren und ist ohne Alles durch die Strudel geflossen. Aber sie hats überlebt.
Ich bin dann mehr unter dem Dingen als alles andere durch die Strudel getrieben worden und habe mir an jedem erdenklich möglichen Stein die Beine angeschlagen. Das war nicht gerade schmerzfrei, aber no pain - no game.
Kurzerhand haben wir dann entschlossen uns doch zu zweit auf den Dino zu schwingen und den Fluß in Angriff zu nehmen, diesmal haben wir uns aber nach vorne gelehnt und es hat funktioniert.
Die ganz krassen Passagen haben wir dann ausgelassen und sind am Rand entlanggelaufen aber mit zunehmender Flussstrecke haben wir mit vereinten Kräften den Dino, und den Fluss mehr oder weniger unter Kontrolle bekommen. Das war ein Spaß sag ich euch, vor allem wenn man den Dreh raus hat und die vorbeischwimmende Landschaft genießen kann.
Wenn man mal davon absieht, dass ich einmal mit dem Dino auf einem einzelnen Felsen aufgelaufen bin, nicht mehr vor, zurück oder seitwärts konnte, da war der Fluss dann ziemlich reißend, und mich der Dino beinahe, da es so windig war, ins Waser gezogen hätte. Aber danke Hayle und Steve konnte ich auch von da gerettet werden.
Was für ein Jammer war es, als wir dann nach 2 1/2 Stunden am Ende unserer Strecke waren. Wer weiß, vllt schaffen wir es ja nochmal dorthin, bevor ich von meinem Platz hier, wo ich dann für 2 1/2 Monate wirklich gelebt habe, aufbreche um die Schönheit der neuseeländischen Südinsel zu entdecken und genießen.
Nunja, ansonsten läuft bei uns in der Arbeit zur Zeit alles drunter und drüber. Seit dem Valentinstag sind einfach keine Blumen da. Bei schlechterem Wetter wachsen die auch verständlicherweise nicht so gut. Und unser Chef ist womöglich etwas wirr im Kopf und lässt dann eher 5 Leute Unkraut zupfen als die Blumen, die da sind zu ernten. Das endet dann in einem Desaster an jedem Samstag, an dem es die meisten nicht einsehen zu arbeiten, wir also generell immer zu wenig leute für die Horde von Kunden sind und sowieso zu wenig erfahrene Leute. Unglaublich, so viele Kundern können dann einfach nicht verstehen, dass wir halt nicht immer Blumen haben und flehen uns regelrecht an, irgendwas aus dem Fridge zu holen. Da ist es dann verdammt erstaunlich, dass wir trotzdem wir egtl kaum Blumen hatten, dann doch irgendwie 1000$ mehr in die Kasse bekommen, als sonst.
Ansonsten war ich jetzt mal ne halbe Woche krank, das verkraftet mein Körper irgendwie nicht so einfach, ständig ein anderes Wetter und dann immer bei der Arbeit von der bulligen Hitze im Gewächshaus in den eisig kalten Fridge. Aber das wird auch wieder besser.
Und es ist ein wahres Vergnügen für mich, wenn ich nach der Arbeit nach hause komme, kein anderer da ist und ich mich auf den Wohnzimmerboden flätzen kann und da ne ganze Weile mit Blick aufs Meer und dahinter die Berge einfach nur liege und Yoga mache. Oder an den heißen Tagen zwichen Terasse und Pool hin und her pendle. Heute war es noch bis halb Acht total sonnig und heiß.
Und ich habe ein Auto. Also ich habe es noch nicht, aber ich weiß welches ich zu 99,9% kaufen werde. Und gestern habe ich ne Probefahrt darin gemacht. Das war ein Spektakel, das kann ich euch aber versichern :)
Wie stellt ihr euch Hanna nach 3 Monaten ohne Auto fahren und dann auch noch mit Linksverkehr in einem riesigen weißen Toyota Corona, bei dem sie nicht sehen kann wo er anfängt und aufhört, vor?
Genau so, es war ein ziemliches Chaos. Da musste ich mir erst mal klar machen, wo Bremse, Kupplung und Gas ist, dass der Schaltknüppel in den hiesgen Autos auf der linken Seite ist und der Blinker mit der rechten Hand zu bedienen ist. Und ich habe mich definitiv wie in meiner ersten Fahrstunde gefühlt - Blinken, Schalten, in den Spiegel gucken, Bremsen und dann auch noch Abbiegen, alles andersherum und auch noch gleichzeitig, zum Glück fährt man hier nicht auch noch rückwärts.
Der Unterscheid zu meiner ersten Fahrstunde bestand nur darin, dass ich gestern nicht ganz so lange gebraucht habe um das auf die Reihe zu bekommen ;)
Unser Vermieter war gestern da um unser Loch in der Wand zu stopfen, bzw vielmehr um ein größeres Loch in die Wand zu schneiden, währenddessen ich dachte, er bricht gleich durch ins Badezimmer, um dann ein neues Stück Wand einzufügen.
Und es scheint Herbst zu werden. Unsere Aprikosen im Garten sind over und die Vögel haben ihr übriges getan, die Pflaumen neigen sich auch dem Ende und die Äpfel werden langsam genießbar. Hoffe ich mal, dass die Birnen auch noch zu ihrer Reife kommen, solange ich hier bin.
Gesten abend gab es ne winzige Barbeque-Party bei uns, irgendwie mussten wir ja Stev's A mit Auszeichnug in seiner Master-Thesis feiern. Zur Feier dessen gab es dann Bambi-Burger und Maiskolben.
Maiskolben sind hier zur Zeit das günstigste was man kriegen kann. Insofern sie nicht ausverkauft sind, wie heute, kein Wunder bei umgerechnet 30 €-cent pro Kolben geht das ratzfatz.
Der Donnerstag ist auch wieder normal geworden, keine besonderen Vorkommnisse.
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1 Kommentar:
...und beiuns im Eifelgarten zeigt sich der Frühling leuchtengelb mit den ersten geöffneten "OSterglocken", die Forsythien platzen auch schon bald ! Doch beim Spaziergang nach Kallerbend war ich noch froh,nen dicken Wollschal mit zu haben !
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